Welche Steuern fallen auf Gewinne bei eToro an?

eToro-App für Android, iPhone und iPadeToro Steuern - Infos auf einen Blick

Der Broker eToro ist ein innovativer Finanzdienstleister, der seine Gründung im Jahr 2006 vollzogen hat. Aus dem Zusammenschluss von IT-Experten und Finanzspezialisten ist eine Trading-Plattform entstanden, die Trader auf einer zuvor nie dagewesenen Basis der Kooperation zusammenbringt. Tatsächlich war der Anbieter einer der ersten, der den Begriff Social Trading geprägt hat. Mittlerweile hat das Unternehmen Standorten in 170 Ländern mit 4,5 Millionen Kunden und gehört daher zu einem der Big Player im Copy Trading.

Was ist Copy Trading?

Copy Trading ist ein anderer Begriff für das Social Trading. Man könnte auch meinen, dass der Copy Trade eine Form des Social Trading ist. Trader haben hier die Möglichkeit die Trades anderer, erfolgreicher Trader zu kopieren. Hieraus ergeben sich dank eToro eine Reihe von Vorteilen für beide Seiten.
Erfolgreiche Trader, deren Trades von vielen anderen Tradern kopiert werden, können zusätzlich 25 % bis 30 % des Erlöses als Vergütung direkt von eToro erhalten. In der Regel gehören allerdings lediglich 5 % der privaten Trader zu diesen profitablen Händlern. Wer kein Interesse daran hat, Zeit und Geld in den kostenintensiven Prozess des Händlerwerdens zu investieren, kann dank dem Social Trading sofort an dem Erfolg anderer Trader Teil haben. Der Broker selber verdient an jeder Transaktion mit. In der Regel liegen die Gebühren jedoch bei 3 Pip und nur selten darüber. Es gibt allerdings eine Roll-Over-Gebühr, für Positionen, die über Nacht gehalten werden.

Fazit: Copy Trading ist eine neuartige Form der Geldanlage, bei der Anleger die Positionseröffnungen von Signalgebern kopieren.

eToro Gebühren

eToro Gebühren

Welche Steuern fallen an?

geldboerseWie fast alle Einkünfte müssen auch Trading-Gewinne versteuern werden. Entgegen der allgemeinen Annahmen fallen die Steuern für Kapitalerträge beim Trading vergleichsweise gering aus. Der Grund dafür liegt in einem einkommensunabhängigen Steuersatz. Wer also sein Haupteinkommen mit dem Trading bestreitet, der kommt in Deutschland günstig davon. Es fällt nämlich lediglich die Abgeltungssteuer an, welche gerade mal 25 Prozent beträgt.

eToro Netzwerk

eToro Netzwerk

Befindet sich ein Broker in Deutschland, so wird bei in Deutschland wohnhaften Tradern die Steuer automatisch an das Finanzamt abgeführt. Da sich der Hauptsitz von eToro nicht in Deutschland befindet, sind Trader hier dazu verpflichtet die Abführung selbstständig nachzuholen. In den meisten Fällen wissen die deutschen Finanzbehörden über Kapitalerträge im Ausland Bescheid, da diese zumindest innerhalb Europas gut vernetzt sind. Es bleibt lediglich der Umzug ins Ausland übrig, um der Abgeltungssteuer zu entgehen. Tatsächlich sind 25 Prozent auf Trading-Einkünfte nicht sonderlich viel. Trader sollten also darauf achten, die Steuern nach der Auszahlung eventuell auf einem Konto zu parken und bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung an das Finanzamt abzuführen.

Fazit: Die reine Abgeltungssteuer liegt in Deutschland bei lediglich 25 Prozent.

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer beachten

Risiko beim Handeln mit Binären OptionenDie Kapitalertragssteuer liegt in Deutschland also bei den angesprochenen 25 Prozent. Allerdings müssen Trader beachten, dass zusätzlich hierzu zwei weitere Steuerpunkte anfallen bzw. anfallen können:

  • Solidaritätszuschlag: Noch immer zahlen alle Deutschen den Solidaritätszuschlag, der derzeit bei 5,5 Prozent liegt.
  • Kirchensteuer: Je nach Bundesland kann die Kirchensteuer 8 oder 9 Prozent betragen. Sie wird allerdings nur erhoben, wenn der Steuerpflichtige auch tatsächlich Mitglied der Kirche ist.

Zu beachten gilt es, dass sich die beiden Steuerarten direkt an der erhobenen Kapitalertragssteuer bemessen und nicht etwa noch zusätzlich aufgeschlagen werden. Somit liegt die komplette Steuerlast für Kapitalerträge letztlich bei einem Wert von rund 30 Prozent.

Fazit: Zusätzlich zur reinen Kapitalertragssteuer zahlen Steuerpflichtige in Deutschland auch noch den Solidaritätszuschlag oder die Kirchensteuer. Insgesamt liegt die Steuerlast für Trader dann bei knapp unter 30 Prozent.

Steuerfreibetrag von 801 Euro abziehbar

Der deutsche Staat möchte vor allem Kleinanleger von der Kapitalertragssteuer befreien bzw. eine erhebliche Steuererleichterung verschaffen. Aus diesem Grund existiert der sogenannte Sparerpauschbetrag, der derzeit bei 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Verheiratete liegt. Trader versteuern Kapitalerträge erst ab dem ersten Euro, der über diese Grenze liegt. Ein Beispiel:

  • In 2016 hat der Trader mit dem CFD-Trading 1.000 Euro verdient.
  • Zu versteuern sind davon allerdings nur 199 Euro, weil der Anleger den Freibetrag geltend macht.

Zu beachten gilt es, dass sich dieser Freibetrag immer auf alle Kapitaleinkünfte bezieht. Hat der Anleger beispielsweise zusätzlich noch Zinseinnahmen und Aktiengewinne zu verzeichnen, liegt der Freibetrag immer noch bei 801 Euro.

Damit dieser Freibetrag genutzt werden kann, reichen Trader bei ihrem Broker einen Freistellungsauftrag ein. Allerdings ist das nur bei deutschen Anbietern möglich, die die Kapitalertragssteuer direkt an das Finanzamt abführen. Wer den Freibetrag für Gewinne nutzen möchte, die bei eToro erwirtschaftet worden sind, muss deshalb ein separates Feld bei der Einkommensteuererklärung ausfüllen.

Fazit: Allen deutschen Sparern bzw. Anlegern steht im Jahr ein Steuerfreibetrag von 801 Euro zu, der allerdings für alle Kapitaleinkünfte gilt. Möchten Trader diesen Betrag nutzen, müssen sie ein separates Formular in der Einkommensteuererklärung ausfüllen.

Wie führe ich die eToro Steuern an das Finanzamt ab?

Wichtig: Wer bei ausländischen Brokern wie eToro tradet, ist selbst dafür verantwortlich, dass alle Kapitalerträge versteuert werden. Verstößt der Trader hiergegen, stellt dies einen strafrechtlich verfolgbaren Tatbestand dar.

Angegeben werden die Kapitaleinkünfte immer im Rahmen der Steuererklärung, genauer gesagt in der Anlage „Kapitaleinkünfte“. Denn ausländische Broker wie eToro teilen dem Finanzamt nicht automatisch mit, wie hoch die erwirtschafteten Einkünfte der Anleger waren. In dieses Formular tragen Trader jetzt folgende Angaben ein:

  • Höhe der bisher unversteuerten Kapitaleinkünfte
  • Höhe der schon versteuerten Kapitaleinkünfte
  • Bereits genutzter Freibetrag
  • Noch ausstehender Freibetrag

Wer ausschließlich bei eToro tradet, gibt also an, dass er im vergangenen Jahr die Summe X erwirtschaftet hat. Zudem kann der volle Freibetrag von 801 Euro verwendet werden. Etwas komplizierter gestaltet sich die Situation, wenn Anleger auch bei deutschen Banken oder Brokern Depots führen. Dann muss auch bei diesen Banken eine genaue Depotabrechnung für das jeweilige Jahr angefordert werden, um die notwendigen Informationen an das Finanzamt übermitteln zu können.

Die Prüfung der Steuererklärung nimmt in etwa einen bis vier Monate in Anspruch – je nach Wohnsitz des Traders. Das Finanzamt veranschlagt dann automatisch eine Steuernachzahlung für die erwirtschafteten Kapitaleinkünfte, die vom Trader binnen einiger Tage zu überweisen ist.

Fazit: Um die Erträge aus Kapitalanlagen zu versteuern, müssen Trader eine Anlage bei der Einkommensteuer ausfüllen. Hier sind alle Kapitaleinkünfte zu nennen, die bisher noch nicht – etwa durch eine deutsche Bank – versteuert worden sind. Auch der noch verfügbare Freibetrag ist zu nennen, so dass Trader von einer möglichen Entlastung profitieren können. Binnen weniger Monate prüft das Finanzamt die Angaben und setzt dann eine noch zu zahlende Steuerlast fest.

eToro Webauftritt

So präsentiert sich eToro auf seiner Webseite

Beispiel für die eToro Steuern

Um zu verdeutlichen, wie hoch die Steuerlast für Trader ausfällt und wie die eToro Steuern bezahlt werden müssen, sei ein Beispiel aus der Praxis vorgestellt. Zunächst muss der beispielhafte Anleger errechnen, wie hoch die Bemessungsgrundlage für die Steuer überhaupt ausfällt. Hierzu ruft er die Statistiken auf, die eToro im Handelskonto aufbereitet:

  • Gewinne von insgesamt 15.000 Euro
  • Verluste von insgesamt 5.000 Euro

Der Reingewinn – und nur der ist für die Steuer maßgeblich – liegt somit bei 10.000 Euro. Allerdings hat der Trader im Jahr 2016 auch bei anderen Brokern Gewinne eingefahren, die derzeit noch nicht versteuert worden sind. Dieser Betrag liegt bei 801 Euro, woraus sich ein kompletter Kapitalertrag von 10.801 Euro ergibt.

Als Steuerbemessungslage dient dieser Wert aber noch nicht, weil der Anleger noch den Freibetrag von 801 Euro gültig machen kann. Hieraus ergibt sich eine Kapitalertragssteuer von:

10.000 Euro * 0,25 = 2.500 Euro

Weil der Trader allerdings Mitglied der katholischen Kirche ist, muss auch die Kirchensteuer bezahlt werden. Der Solidaritätszuschlag wird ohnehin fällig:

  • Kirchensteuer: 500 Euro * 0,09 = 225 Euro
  • Solidaritätszuschlag:500 Euro * 0,055 = 137,50 Euro

Aus diesen drei Werten ergibt sich dann eine gesamte Steuerlast von 2.862,50 Euro. Genau diesen Betrag wird das Finanzamt Mitte 2017 in Rechnung stellen, wenn der Anleger seine Einkommensteuererklärung für 2016 einreicht. Die prozentuale Belastung der Kapitaleinkünfte liegt in diesem Fall bei rund 26,5 Prozent.

Fazit: Wie das Praxisbeispiel zeigt, müssen Trader lediglich dafür sorgen, die Berechnungsgrundlage für die Steuer korrekt zu ermitteln. Die weiter durchgeführten Rechnungen können zwar der eigenen Kalkulation dienen, werden aber auch immer vom Finanzamt durchgeführt.

Kann ich die eToro Steuern umgehen?

Wie das Praxisbeispiel gezeigt hat, zahlen Trader zwischen 25 und 30 Prozent an Steuern für erwirtschaftete Kapitalerträge. Viele Anleger stellen sich daher die Frage, ob sie die eToro Steuern nicht umgehen können. Die kurze Antwort: Nein, die Kapitalertragssteuer muss bezahlt werden. Lediglich die Kirchensteuer kann umgangen werden, wenn Anleger aus der Kirche austreten bzw. gar kein Mitglied sind.

Doch es gibt eine Möglichkeit, die Zahlung der Steuerlast nach hinten zu verschieben. Weil eToro ein ausländischer Broker ist, zahlt das Unternehmen immer 100 Prozent der erwirtschafteten Gewinne aus – ohne Ausnahme. Beispielsweise könnte der Anleger im Januar 2016 1.000 Euro an Rendite erzielt haben. Bis dieses Kapital tatsächlich versteuert wird, dauert es allerdings noch rund 1,5 Jahre:

  • Alle Kapitalerträge aus 2016 bei ausländischen Brokern werden erst in der Steuererklärung für 2017 angegeben.
  • Die Steuererklärung muss bis Ende Mai beim Finanzamt eintreffen. Bis das Dokument bearbeitet wird, dauert es ungefähr zwei bis vier weitere Monate.
  • Erst dann müssen Trader die Kapitalertragssteuer tatsächlich überweisen.

Während dieser Zeitspanne ist es theoretisch möglich, das Geld weiter zu nutzen und beispielsweise beim CFD-Trading zu verwenden. Allerdings müssen Trader berücksichtigen, dass die Zahlung der Steuer in jedem Fall fällig wird – ohne Ausnahme. Sollte das Kapital Mitte des Folgejahres nicht zur Verfügung stehen, drohen empfindliche Mahngebühren und Strafen.

Fazit: Wer mit CFDs bei ausländischen Brokern Kapitalerträge erwirtschaftet, der muss die Kapitalertragssteuer zahlen – ohne Ausnahme. Allerdings können Trader den Zeitpunkt der Steuerzahlung möglichst lange aufschieben bzw. die Steuern während dieser Zeit weiter für den Handel verwenden.

Die eToro Tarding Academy gibt hilfreiche Tipps zum Traden

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Im Zweifelsfall Berater beauftragen

Das deutsche Steuerrecht gilt als eines der komplexesten der Welt. Insbesondere wenn sich Anleger bisher kaum mit dem Thema beschäftigt haben, kann es hilfreich sein, sich an einen Steuerberater zu wenden. Zwar kostet die Beauftragung des Fachmanns einige hundert Euro, dafür haftet der Berater aber im Zweifelsfall für Fehler. Zudem können sich Trader so sicher sein, dass wirklich alle „eToro Steuern“ bezahlt werden.

Hilfreich ist es, dem Steuerberater bereits alle wichtigen Dokumente auszuhändigen. Das spart Zeitaufwand und senkt so letztlich die Kosten bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung. Weil der Berater ohnehin der gesetzlichen Schweigepflicht unterliegt, können die Dokumente ohne Bedenken übermittelt werden, sie sind in sicheren Händen.

Fazit: Hat sich der Anleger bisher noch kaum mit den eToro Steuern befasst, könnte die Beauftragung eines Fachmanns unter Umständen angebracht sein. Der Steuerberater haftet im Zweifelsfall für die Erklärung, so dass Trader rein rechtlich gesehen auf der sicheren Seite sind.

Worauf müssen Trader achten beim Social Trading achten?

lupeObwohl das System des Social Trading tatsächlich deutlich einfacher ist, als der eigentliche Handel, gibt es auch hier einige Regeln zu beachten. Wer meint, er könnte jedem Trader einfach folgen, nur, weil er positive Zahlen aufweist, der wird sein Kapital wahrscheinlich in Kürze verlieren. Es gibt einige wichtige Kriterien und Kennzahlen an denen sich Trader bei der Wahl eines zu folgenden Traders orientieren können.

Dazu sind folgende Fragen hilfreich:

  • Wie lange handelt der Trader schon?
  • Über welchen Zeitraum konnte er konstant profitabel sein?
  • Welches Risiko geht er ein?
  • Wie groß war sein größter Drawdown?
  • Unterliegen seine Profite starken Schwankungen?

Auch beim Social Trading gilt, umso höher das Risiko umso größer die Chancen. Dennoch sollten die Erwartungen an das realistische Maß angepasst werden. Private Händler, die zwischen 3 -5 Prozent monatlich einbringen, gehören schon zu den Besten. Darüber hinaus laufen auch Top-Trader Gefahr eine große Pleite zu erleben. An den Märkten ist jedoch nichts unmöglich.

eToro Steuern

eToro Steuern

Fazit

FaziteToro ist eine hervorragende Plattform in Bereich Social Trading und gehört zu den alten der Branche. Tatsächlich können Trader hier auf profitable Top-Trader treffen und ihre Trades kopieren. Für Gewinne fällt auch beim Social Trading die reguläre Abgeltungssteuer an. Es gilt diese alljährlich an das Finanzamt abzuführen, da eToro keine automatische Abrechnung bei der Auszahlung vornimmt. Der Steuersatz liegt bei 25 % und ist damit vergleichsweise moderat.

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