Fällt Abgeltungssteuer auf CFD Gewinne an?

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Wie werden CFDs steuerlich behandelt?

geldboerseObgleich man beim Erwerb eines CFD Kontraktes keinen direkten physischen Wert erwirbt, sondern vielmehr einen Kontrakt mit einem Broker auf eine bestimmte Kursentwicklung eingeht, fallen doch Einkünfte aus Kapitalvermögen an. Diese werden in Deutschland seit 2009 mit der Abgeltungssteuer verrechnet. Eine spezielle CFD Abgeltungssteuer gibt es dabei allerdings nicht. Mitgerechnet werden nicht nur Gewinne aus dem Geschäft mit CFDs, sondern alle Einkünfte aus Kapitalanlagen wie Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Wertpapierverkäufen. Es gibt einen Freibetrag von 801,00 € und bei Ehepaaren einen gemeinsamen Freibetrag von 1.602,00 Euro. Hat der eine Partner weniger als 801,00 Euro eingenommen, kann der andere entsprechend mehr unversteuert einnehmen. Insofern fällt auf CFD Abgeltungssteuer an.

Die Höhe der Steuer beträgt maximal 25 Prozent des über den Freibetrag hinausgehenden Betrags plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent der Steuer, die Kirchensteuer noch einmal – je nach Bundesland – 8,0 oder 9,0 Prozent davon. Allerdings kann die Kirchensteuer wiederum als Ausgabe von der Steuer abgesetzt werden. Dadurch steigt die Gesamtbelastung bis auf rund 28 Prozent über die Abgeltungssteuer auf CFD Gewinne (bzw. insgesamt), die über 801,00 beziehungsweise 1.602,00 Euro bei Ehepaaren hinausgehen. Liegt der Einkommensteuersatz niedriger, sinkt parallel dazu der Satz der Kapitalertragsteuer. Unterm Strich kann man sagen, dass die Abgeltungssteuer für Anleger mit einem großen Gesamteinkommen und einem damit verbundenen Einkommenssteuersatz von weit über 25 % ein eindeutiger Vorteil ist. Geringverdiener die einen Einkommenssteuersatz unterhalb von 25% haben, bekommen dagegen überzahlte Steuern zurück.

Kapitalertragssteuer in Deutschland

In Deutschland unterliegen generell alle Kapitalerträge der sogenannten Kapitalertragssteuer – daran führt kein Weg vorbei. Seit 2009 ist es dabei sogar vollkommen unerheblich, aus dem Handel mit welchen Finanzinstrumenten diese Gewinne erwirtschaftet worden sind, fällig wird zunächst immer die Kapitalertragssteuer von 25 Prozent. Als Bemessungsgrundlage dienen hierfür wiederum alle Kapitalerträge, die der Anleger während eines Jahres erwirtschaftet hat.

Zusätzlich zu dieser Kapitalertragssteuer müssen Trader allerdings zwei weitere Steuern bezahlen, von der eine allerdings optional ist:

  • Solidaritätszuschlag: Der Zuschlag für den Aufbau Ost liegt noch immer bei 5,5 Prozent.
  • Kirchensteuer: Wer Mitglied der katholischen oder evangelischen Kirche ist, zahlt je nach Bundesland zwischen 8 und 9 Prozent

Wichtig ist, dass sich diese beiden Steuern nicht auf den Reingewinn der Kapitalerträge beziehen, sondern auf die bereits bezahlte Kapitalertragssteuer. Somit liegt der gesamte Steuersatz für Kapitaleinkünfte nicht etwa bei 38,5 Prozent, sondern bei rund 28 bis 29 Prozent.

Fazit: In Deutschland muss jeder Anleger Kapitalertragssteuer zahlen, unabhängig davon, wie die Erträge letztlich erwirtschaftet worden sind. Fällig wird im ersten Schritt immer die reine Kapitalertragssteuer von 25 Prozent, auf dessen Basis dann wiederum noch Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag erhoben werden.

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Freibetrag senkt die Steuerlast

Der deutsche Staat möchte mit der Kapitalertragssteuer vor allem vermögendere Personen belasten. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber den sogenannten Sparerpauschbetrag bzw. Freibetrag eingeführt:

  • Alleinstehende: Wer nicht verheiratet ist, kann den zu versteuernden Gewinn um insgesamt 801 Euro senken.
  • Verheiratete: Wer verheiratet ist, kann sogar einen Freibetrag von 1.602 Euro geltend machen.

Hat der Anleger beispielsweise 2.000 Euro an Gewinn erwirtschaftet, muss er hiervon – sofern er alleinstehend ist – lediglich 1.199 Euro versteuern. Allerdings gilt der Freibetrag tatsächlich für alle Kapitalerträge, die innerhalb eines Jahres erwirtschaftet werden. Somit müssen Trader den Betrag nicht nur bei der reinen CFD-Abgeltungssteuer, sondern auch bei Einkünften aus Festgelder, Aktien oder anderen, klassischen Finanzinstrumenten einkalkulieren.

Sofern der Anleger bei einem ausländischen Broker tradet, ist er selbst für die Geltendmachung des Freibetrags verantwortlich. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung wird ein entsprechendes Feld ausgefüllt. Führt der Trader gleichzeitig noch ein Depot bei einem deutschen Finanzdienstleister, so ist es möglich, bei diesem einen Freistellungsauftrag einzureichen. Bis zu dem hierin genannten Betrag – maximal 801 bzw. 1.602 Euro – führt die Bank dann keine Steuern ab.

Fazit: Durch den Freibetrag können Anleger die CFD-Abgeltungssteuer um ein gutes Stück senken. Dabei müssen sie allerdings beachten, dass der Freibetrag immer im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht wird, sofern der Broker nicht aus Deutschland stammt.

Beispiel: So kann die CFD-Abgeltungssteuer ausfallen

Wie genau CFDs bzw. Finanzinstrumente im Allgemeinen besteuert werden, soll das folgende Praxisbeispiel zeigen. Zunächst errechnet der Anleger, wie hoch sein Gewinn aus Kapitalanlagen für das Jahr 2016 ausgefallen ist:

  • Gewinn beim CFD-Trading von 8.000 Euro
  • Verluste von 2.000 Euro, die entsprechend gegengerechnet werden
  • Weitere 5.000 Euro Rendite aus anderen Anlagen

Der Reingewinn summiert sich auf einen Betrag von 11.000 Euro auf. Hiervon ist im zweiten Schritt der Freibetrag von 801 Euro abzuziehen, so dass sich eine Bemessungsgrundlage für die Steuer von 10.199 Euro ergibt. Auf dieser Basis lässt sich jetzt die Kapitalertragssteuer bestimmen:

10.199 Euro * 0,25 = 2.549,75 Euro

Damit ist die Steuerlast an sich aber noch nicht errechnet. Schließlich muss der Trader auch noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bezahlen, wobei sich diese Beträge jetzt wiederum auf die Kapitalertragssteuer beziehen:

  • Solidaritätszuschlag: 549,75 * 0,055 = 140,24 Euro
  • Kirchensteuer:549,75 * 0,08 = 203,98 Euro

Insgesamt ergibt sich so eine Steuerlast von rund 2.894 Euro. Bezogen auf den eigentlichen Gewinn von 11.000 Euro liegt die prozentuale Besteuerung der Kapitalerträge damit wiederum bei rund 26,3 Prozent.

Fazit: Wie das Praxisbeispiel zeigt, können Trader die Höhe der CFD-Abgeltungssteuer leicht errechnen. Zunächst ist hierfür zu ermitteln, wie hoch die Kapitaleinkünfte im betrachteten Jahr tatsächlich ausgefallen sind. Anschließend wird der Freibetrag abgezogen, um die Bemessungsgrundlage für die Steuer berechnen zu können. Hieraus ergeben sich dann zunächst die Kapitalertragssteuer und anschließend auch Solidaritätszuschlag und mögliche Kirchensteuer.

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Was ist bei der Brokerwahl hinsichtlich der CFD Abgeltungssteuer zu beachten?

lupeGrundsätzlich sollte man alle seine Einkünfte aus Kapitalvermögen bei der Steuererklärung angeben, denn Anleger sind in Deutschland dazu verpflichtet ihre Steuern selbst zu ermitteln und an das Finanzamt abzuführen. Da sich in der gesamten EU die Finanzämter über Konten austauschen, erführen sie recht schnell, dass jemand die CFD Abgeltungssteuer umgehen will. Also Vorsicht, diesbezügliche Unterschlagungen haben selbst einen Herrn Hoeneß, wenn gleich nicht wirklich adäquat lang, denn es ging um siebenstellige Gewinnerträge, hinter Schloss und Riegel gebracht.

Ein sehr interessanter Punkt ist vielmehr der Hauptsitz des jeweiligen Brokers. Die meisten haben ihren Hauptsitz im Ausland – bevorzugt in Großbritannien, Malta oder auf Zypern und betreiben hier in Deutschland nur jeweilige Zweigniederlassungen. Diese gelten beim deutschen Fiskus allerdings nicht als Zahlstellen und so werden im Laufe des Handelsjahres vom Broker keine Steuern direkt eingezogen. Man bekommt vielmehr, meistens gegen Ende Februar des darauffolgenden Jahres, eine schriftliche Aufstellung aller Handelsaktivitäten, aus der eine Gewinn-/Verlustaufrechnung hervorgeht und kann so seine CFD Gewinne versteuern. Dies ist ein gewisser Liquiditätsvorteil, da die, an das Finanzamt abzuführenden Beträge bis zum Jahresende als Handels-Margin verwendet werden können.

Im Gegensatz hierzu ist es bei Anbietern mit Hauptsitz in Deutschland so, dass zu zahlende Steuern auf die Gewinne täglich saldiert und vom Handelskonto abgezogen werden. Insofern hat der erfolgreiche Trader bei den ausländischen Brokern einen deutlichen Vorteil. Allerdings muss man die Gewinn-/Verlustrechnung für die Steuererklärung selbst anzeigen, während dieses, inländische Broker komplett für die Kunden übernehmen. Gerechterweise sollte man dabei erwähnen, dass die deutschen Broker nicht nur die Gewinne täglich versteuern, sondern auch die Verluste als Vorträge einbeziehen. Wenn man z.B. hier einen größeren Gewinn eingefahren hat und an einem späteren Tag einen Verlust zu verzeichnen hat, wird dieser mit dem darauffolgenden Gewinn verrechnet. Seriöses Brokererage ohne dabei CFD Abgeltungssteuer abführen zu müssen wird man schwerlich finden, insofern muss man bei jedem Anbieter seine CFD Gewinne versteuern. Einzige Möglichkeit diese legal zu umgehen, wäre eine Kontoeröffnung direkt im Ausland. Allerdings sollten Sie sich dort eine Steuernummer holen und zusätzlich am Ende des Jahres eine Steuererklärung in der Landessprache erstellen und Ihre Steuern nach den jeweiligen Gesetzen dort abführen. Damit ist es dann aber noch nicht getan, denn es gibt mit den meisten Ländern Doppelbesteuerungsabkommen und dann wird es noch komplizierter. Näheres hierzu erfahren Sie von Ihrem Steuerberater.

CFD Abgeltungssteuer

CFD Abgeltungssteuer

Zwischenfazit: CFD Abgeltungssteuer ist, wie bei anderen Einkünften aus Kapitalvermögen, zu zahlen. Obgleich es bei den CFD Brokern, je nach Hauptniederlassungsstandort, unterschiedlich gehandhabt wird, sind CFD Gewinne, die über die Freibeträge hinausgehen, im darauffolgenden Jahr ganz normal über die Abgeltungssteuer zu berücksichtigen.

So wird die CFD-Abgeltungssteuer abgeführt

Weil die meisten Anleger bei ausländischen Brokern traden dürften, müssen sie die CFD-Abgeltungssteuer selbst an das Finanzamt abführen. Dies geschieht immer im Rahmen der Einkommensteuererklärung und somit einmal pro Jahr. Zusätzlich zu den gewöhnlichen Formularen müssen Trader ihrer Erklärung noch die Anlage „Kap“ für Kapitaleinkünfte beifügen. Zu nennen sind hier:

  • Die bei ausländischen Brokern erwirtschafteten Kapitalerträge.
  • Der Freibetrag, der schon verwendet worden ist – etwa bei deutschen Banken oder Finanzdienstleistern.
  • Der Freibetrag, der noch verwendet werden soll.

Bei fast allen CFD-Brokern erhalten Anleger einmal pro Jahr einen Depotauszug, der die genauen Kapitaleinkünfte auflistet und transparent ausweist. Vereinfacht gesprochen müssen Anleger dann nur noch die Zahl in das entsprechende Feld eintragen und können das Formular anschließend direkt abschicken.

Nachdem die Erklärung abgeschickt worden ist, prüft das Finanzamt die Daten und setzt anschließend die Steuerlast fest. Sofern Trader ein Lastschriftmandat beim Finanzamt hinterlegt haben, erfolgt eine automatische Abbuchung der Steuer. Ist das nicht der Fall, so muss der Betrag manuell überwiesen werden.

Hinweis: Wer bisher noch keine Erfahrungen im Umgang mit der Einkommensteuer oder der Erstellung einer Einkommensteuererklärung gemacht hat, sollte fachmännische Hilfe anfordern. Zwar kostet der Steuerberater einige hundert Euro, er haftet aber im Zweifelsfall für Fehler und sorgt dafür, dass alle gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden.

Fazit: Die CFD-Abgeltungssteuer führen Tradern im Rahmen der Einkommensteuererklärung an das Finanzamt ab. In das Formular „Kap“ sind die entsprechenden Einkünfte einzutragen, auf deren Basis das Finanzamt dann die Steuer festsetzt und einzieht.

Kann ich Verluste aus anderem Kapitalvermögen, wie z.B. Aktien oder Rentenpapiere (Anleihen) auf CFD Gewinne abschreiben?

wissenErträge aus Kapitalvermögen sind in Deutschland generell zu versteuern. Dabei fallen seit 2009 fast alle diese Erträge unter die Abgeltungssteuer. Im Bereich Forex (Devisenhandel) ist es noch ein bisschen anders gelagert, allerdings fallen Forex CFDs, also CFD Kontrakte auf verschiedene Währungspaare nicht darunter. Reiner Devisenhandel setzt den physischen Besitz der Devisen voraus. Insofern werden Erträge aus beliebten CFD Währungspaaren, wie EUR/USD, EUR/GBP oder auch USD/JPY über die Abgeltungssteuer berechnet. Grundsätzlich kann man in Deutschland, sofern eine Gewinnabzielungsabsicht ersichtlich ist, Verluste aus einer bestimmten Einkunftsart mit Gewinnen aus derselben verrechnen. Nun müsste der Gesetzgeber im Grunde genommen Einkünfte aus Kapitalvermögen, egal, ob es jetzt Aktien, Anleihen, EFTs oder CFDs sind, auf eine Stufe stellen. Will heißen, dass man beispielsweise Verluste aus Aktiengeschäften mit Gewinnen durch CFD steuerlich ausgleichen kann. Leider ist es in dem Fall nicht so. Verluste aus Aktien können nur mit Gewinnen ebenfalls aus Aktiengeschäften aufgerechnet werden. Hart aber ungerecht, CFD Abgeltungssteuer ist in diesem Fall, bis auf den Freibetrag, komplett zu entrichten.

Inwieweit kann ich Verluste durch den CFD Handel mit Erträgen aus anderen Kapitalanlageprodukten vor dem Fiskus verrechnen?

Auch wenn der geneigte Leser jetzt vielleicht den Kopf schüttelt, so wird sich der noch nicht vollumfänglich informierte CFD Trader freuen. Egal welcher Basiswert beim jeweiligen CFD gehandelt wird, kann verlusttechnisch geltend gemacht werden. Ob es nun Rohstoff CFDs, Aktien CFDs, CFD auf Anleihen oder auch besagte Währungspaare sind. Daraus entstandene Verluste können mit Gewinnen aus Aktien oder Anleihen verrechnet werden. Steht also am Jahresende auf Ihrem CFD Handelskonto ein Verlust, so brauchen Sie schon mal keine CFD Abgeltungssteuer zu bezahlen und die zu zahlende Abgeltungssteuer auf Ihre Aktiengewinne fällt auf jeden Fall kleiner aus.

Fazit

FazitCFD werden steuerlich, wie alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen behandelt. Insofern ist auf CFD Abgeltungssteuer zu entrichten. Inländische Broker ziehen die Steuern täglich ein und bei ausländischen Brokern mit Niederlassung in Deutschland muss der Kunde sich um die Entrichtung der Steuern selbst kümmern. CFD Verluste können mit Gewinnen aus Aktien oder Anleihen verrechnet werden. In jedem Fall sollte man seine Gewinne beim Finanzamt anzeigen.

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